Zwei hart erkämpfte Punkte

 

Am gestrigen Sonntag fuhr die MSG anlässlich des 19. Spieltags in der Verbandsliga ins beschauliche Maxdorf, um dort in der Waldsporthalle gegen die HSG Eppstein-Maxdorf anzutreten. Die Spielgemeinschaft spielt nach ihrem letztjährigen Aufstieg in der Verbandsliga eine ordentliche Rolle und stand vor der Partie auf dem 7. Tabellenplatz.

Verzichten musste MSG-Trainer Mirko Schwarz in dieser Begegnung verletzungs- beziehungsweise urlaubsbedingt auf Dennis Reis und David Jeske, außerdem fehlte weiterhin der langzeitverletzte Rückraumspieler Mohamed Samet, der auch im weitern Verlauf der Saison nicht mehr auf der Platte stehen wird.

Die Begegnung startete nach einer Schweigeminute für ein verstorbenes, langjähriges Mitglied der HSG Eppstein-Maxdorf äußerst zäh, erst in der 5. Minute konnte Dominik Blauth per Gegenstoß das erste Tor des Tages erzielen. Die Abwehr der MSG stand in der Anfangsphase jedoch felsenfest und stellte besonders die Rückraumspieler der Vorderpfälzer immer wieder vor Probleme. Im Tor durfte Timo Neumann beginnen und zahlte das Vertrauen auch prompt mit einigen Paraden zurück.

Es schien so, als würde sich die Schwarz-Sieben ihr Selbstvertrauen aus der guten Abwehrarbeit holen, denn fortan lief es auch im Angriff deutlich besser. Über 6:1 (13. Minute), 10:5 (20. Minute) und 12:5 (25. Minute) ging die Truppe von Mirko Schwarz mit einer scheinbar beruhigenden 15:7-Führung in die Halbzeitpause.

Nach der Pause erzielte Dominik Blauth sofort das 16:7, die Dinge schienen ihren in dieser Saison fast schon gewohnten Lauf zu nehmen.

Die Mannschaft von Bruno Caldarelli hatte allerdings gewaltig etwas dagegen und präsentierte sich plötzlich als extrem unangenehmer Gegner. Im Abwehrverhalten war die HSG nun einen Tick aggressiver, aber vor allem einer bereitete den Rot-Weißen in dieser Phase großes Kopfzerbrechen: Tormann Pierre Wunner, der einen tollen Tag erwischte und die Schützen der MSG immer wieder an den Rand der Verzweiflung brachte.

So kämpften sich die Vorderpfälzer, angetrieben vom starken Alexander Kühner, Tor um Tor heran. Nach sieben gespielten Minuten im zweiten Durchgang hatte die HSG bereits vier Tore aufgeholt und ließ sich fortan nicht mehr richtig abschütteln. Spätestens als Dominik Götz in der 42. Minute auf 19:16 verkürzte und sich MSG-Coach Mirko Schwarz zum Time-Out gezwungen sah, war die Partie wieder offen.

Die Auszeit fruchtete jedoch auch nicht wie gewünscht, die HSG hatte die Barbarossastädter in der zweiten Hälfte völlig auf dem falschen Fuß erwischt. Agierte die 6:0-Deckung in der ersten Halbzeit noch aggressiv gegen Ballhalter und Kreisläufer, wurden im zweiten Durchgang zahlreiche Eins-gegen-Eins-Duelle verloren und es taten sich ungewohnt große Lücken im Defensiv-Verbund auf.

So kam die Caldarelli-Sieben in der Schlussviertelstunde sogar bis auf zwei Tore heran (21:19 und 22:20). Daniel Martin konnte mit einem Doppelschlag zwar den alten Abstand von vier Toren wieder herstellen, die MSG konnte sich jedoch immer noch nicht sicher fühlen. Durch einen 3:0-Lauf des Heimteams trennte die beiden Mannschaften sieben Minuten vor dem Schlusspfiff lediglich ein Tor (24:23).

Kapitän Thomas Keilhauer übernahm in dieser Phase Verantwortung und erzielte das 25:23, wenig später traf Robert Popielarski per spektakulärem Kopfleger zum 26:23 – die Partie war, auch aufgrund eines danach folgenden Doppelschlags von Top-Torjäger Nils Bechtel, entschieden und ging am Ende mit 28:24 an die MSG, die sich in der zweiten Halbzeit extrem schwer tat.

Kurios wurde es drei Minuten vor Schluss: das Schiedsrichter-Gespann Huthmacher/Japundza, das leider den Eindruck machte, dass es sich von der hitzigen Atmosphäre in der Schlussphase anstecken ließ, verteilte jeweils eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen HSG-Rückraumspieler Florian Wacker und gegen MSG-Coach Mirko Schwarz. Im Anschluss entschieden die Unparteiischen zusätzlich auf einen Wechselfehler der MSG, obwohl durch die Aussprache der Zeitstrafen die Zeit längst angehalten war. Offiziell erhielt Kevin Merkel diese Zeitstrafe, dieser hatte sich jedoch bereits gut zehn Minuten zuvor schwer am Knie verletzt (spätere Diagnose: Kreuzbandriss) und wäre körperlich nicht einmal in der Lage gewesen, einen Wechselfehler zu begehen.

Für die MSG hieß es nach aufreibenden zweiten 30 Minuten erst einmal durchatmen. Auch wenn man sich in der zweiten Hälfte von den nie aufgebenden Vorderpfälzern den Schneid abkaufen ließ, konnte man die zwei Punkte trotzdem, am Ende aufgrund einer starken ersten Halbzeit und der größeren Abgezocktheit in der Schlussphase auch verdient, mit nach Kaiserslautern nehmen und steht somit mit 38:0 Punkten weiterhin auf dem 1. Tabellenplatz.

 

Es spielten:

Huber, Neumann (Tor)

Bechtel (7/3), Rösler (6), Martin (4), Keilhauer (3), Popielarski (3), Blauth (3), Zimmer (1), Krick (1), Kötz, Kamyschnikow, Merkel

 

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